Die Geschäftslage im türkischen Produktionssektor blieb im Februar weiterhin angespannt. Dies zeigt der neueste Einkaufsmanagerindex (PMI) des Industrie- und Handelskammerverbands Istanbul. Laut Daten des Instituts S&P Global stieg der PMI leicht von 48,0 im Januar auf 48,3 im Februar. Werte unter 50,0 signalisieren eine wirtschaftliche Schrumpfung.
Die Nachfrage in der türkischen Industrie war weiterhin gedämpft, sodass sowohl Neuaufträge als auch Produktions- und Beschäftigungszahlen zurückgingen. Besonders betroffen war die Produktion, die nun bereits den elften Monat in Folge schrumpfte. Zwar verlangsamte sich die Rate des Rückgangs gegenüber dem Vormonat leicht, blieb jedoch auf hohem Niveau.
Die Inflationsproblematik verschärfte sich zusätzlich, was die Lage der Hersteller weiter belastete. Sowohl die Einkaufspreise als auch die Verkaufspreise stiegen im Februar schneller als zuvor. Grund dafür waren gestiegene Rohstoffkosten, höhere Personalausgaben sowie der inflationäre Druck aufgrund der schwachen türkischen Währung.
Andrew Harker, Wirtschaftsleiter von S&P Global, kommentierte: „Die anhaltend hohe Inflation entwickelt sich zu einem bedeutenden Hindernis, das es Unternehmen erschwert, neue Aufträge zu gewinnen.“
Wegen der gedämpften Nachfrage reduzierten Hersteller sowohl ihre Beschäftigungszahlen als auch ihre Einkaufsaktivitäten stärker als im Vormonat. Die Einkaufspreisinflation stieg erheblich und verstärkte die Belastungen für Unternehmen, die bereits mit hohen Produktionskosten konfrontiert sind.
Die Exportaktivitäten litten ebenfalls unter der schwachen Nachfrage, was sich in einem anhaltenden Rückgang der Auslandsaufträge widerspiegelte. Angesichts steigender Rohstoff- und Personalkosten sowie der Auswirkungen der anhaltenden Währungsschwäche bleibt der Ausblick für den türkischen Produktionssektor kurzfristig schwierig.